Ich habe schon einmal davon geschwärmt, ich wiederhole mich gerne… wir haben ja bekanntlich nebst einem eher ordentlichen (woher DAS kommt, wissen die Götter), noch ein total chaotisches Künstlerkind (da könnte man jetzt böswillig und gänzlich unbegründet etwas von „der Apfel fällt nicht weit vom Pferd“ munkeln…). Ersteres plant zuverlässig seine Hausaufgaben, seine Prüfungsvorbereitungen, seinen Sport, den Pfadihöck und den Ausgang und zweiteres? vertraut darauf, dass Mama dann schon sagt, was wann zu tun sei.
Damit ist jetzt Schluss. Ich habe Eric ein Bu-Jo, ein sogenanntes Bullet-Journal schmackhaft gemacht. Bitte sehr…

Wir haben heute Erics Bullet-Journal eröffnet. Und weil dazu ein Etui mindestens mit Bleistift und Radiergummi, mit Farbstiften, verschiedenen Washi-Tapes, einem Spitzer und einem Tipp-Ex gehört, musste das auch noch her. Schnurpf ahoi!

Was ist dann also ein Bullet-Journal genau. Nun ja, wie es sich für kreative Chaoten gehört, ist das eben nicht so ganz genau definiert. Es geht darum mit Stichworten, Symbolen, Zeichnungen mit Fundstücken vom Wegrand des Lebens selbiges zu planen, zu dokumentieren und zu organisieren.
Mein Bullet-Journal beispielsweise ist eine Mischung aus Tagebuch, Kontrollorgan für Putzfee, Notenskala und Sport, eine Sammlung von sämtlichen gelben Zettelchen mit Dingen, die man nicht vergessen sollte, ein Gefäss für Notizen von Vorträgen, Besprechungen, eine Auflistung von Gedanken zur nächsten NTZ, zu Büchern, die ich gerne lesen möchte, zu Ausflügen und Wanderungen, es sind Nährprojekte und -ideen verzeichnet und Übungen, die ich aus dem Hundetraining aufzeichne, damit ich sie unter der Woche üben kann und -natürlich- eine Agenda. Mindestens für die laufende Woche. Sozusagen ein rollendes Multi-Tasking-Post-It.
Es gibt darin eine Quartalsübersicht (damit ich einigermassen im Griff habe, was die nächsten zwei, drei Monate abgeht), eine monatliche To-Do-List (die laufend ergänzt und -noch lieber- abgestrichen wird), eine Wochenübersicht, die mir zeigt, was ich heute, morgen und am Donnerstag zu tun habe… die mir aber auch zeigt, dass für ein grösseres Arbeitsprojekt frühestes am Freitagmittag 4h am Stück verfügbar sind.
Kurzum, mein Bulletjournal ist mein erweitertes Hirn, mein ganz privater Memo-Stick, der dafür sorgt, das in unserem chaotischen Haushalt nicht laufend alles verloren oder vergessen geht. Wie oft habe ich früher beim Aufräumen ein Post-It mit einer EXTREM wichtigen Notiz gefunden… das passiert mir jetzt nicht mehr. Einmal notiert, wird die Sache erst abgehakt, wenn sie erledigt ist. Notfalls auf den nächsten Tag verschoben… es gibt dazu im Web kiloweise weiterführende Informationen, beispielsweise hier oder in englisch www.bulletjournal.com !
Man mag jetzt anführen, Papier sei was für den Hinterwäldler aus dem letzten Jahrtausend… ich war wohl eine der ersten, die konsequent eine digitale Agenda (Psion hiess das Ding… und die halbe REGA hat sich krank gelacht um Monate / Jahre später scheu anzufragen, wie ich dann so schnell einen Termin eintragen könne oder so) führte und ich bin beileibe dem Computer zugewandt, ABER… ich tanze auf so vielen verschiedenen Hochzeiten, mit Beruf, Hobby und Familienterminen, mit Informationen, die ich haben muss („Koni Berlin“, „AnnA Konfunterricht“), die mich aber nicht direkt betreffen… kurzum, speichere ich alle diese Termine auch noch in meine Agenda, dann kollabiert diese oder wird so unübersichtlich, dass mir auch nicht gedient ist. Für mich ist das Bulletjournal das beste Arbeitsinstrument, welches ich die letzten Jahre entdeckt habe. Einfach cool.

Beim nähen von Erics Etui habe ich übrigens noch eine Neuentdeckung aus dem Stoffladen ausprobiert. Klammern statt stecken. Gerade bei plastifizierten Stoffen definitiv eine gute Wahl, ich bin begeistert.
Schnitt: Kosmetiktasche Vicky von www.pattydoo.de, Stoff von Turke, Uster, Band aus der Sammlung im grossen Kasten daheim…